Kurz gesagt

Epic Games richtet seine Entwicklung stärker auf künstliche Intelligenz aus. Ein noch unangekündigter Shooter aus der Zusammenarbeit mit Disney soll später erscheinen; zugleich soll das Team laut einem Bloomberg-Bericht bei Code und Grafik deutlich stärker auf KI-Werkzeuge setzen. Epic-Chef Tim Sweeney bestätigte …

Epic Games richtet seine Entwicklung stärker auf künstliche Intelligenz aus. Ein noch unangekündigter Shooter aus der Zusammenarbeit mit Disney soll später erscheinen; zugleich soll das Team laut einem Bloomberg-Bericht bei Code und Grafik deutlich stärker auf KI-Werkzeuge setzen. Epic-Chef Tim Sweeney bestätigte am 12. Oktober einen größeren Kurswechsel hin zu beschleunigter KI-Entwicklung. Was genau das für das Spiel bedeutet, ist allerdings nicht vollständig öffentlich.

Unangekündigter Shooter soll später kommen

Im Zentrum der Meldung steht ein bislang nicht offiziell vorgestelltes Spiel aus der Epic-Disney-Partnerschaft. Bloomberg berichtet unter Berufung auf Personen, die mit dem Projekt vertraut seien, dass es sich um einen Shooter mit Figuren aus den Welten von Marvel und Star Wars handelt. Ein offizieller Titel, eine Vorstellung oder bestätigte Plattformen wurden nicht genannt.

Dem Bericht zufolge war eine Veröffentlichung für März 2027 vorgesehen. Dieser Zeitplan gilt demnach nicht mehr: Das Spiel sei verschoben worden, ohne dass dem Team ein neuer Termin mitgeteilt worden sei. Die Angaben zur internen Planung stammen aus anonymen Quellen und sind keine öffentliche Terminankündigung von Epic oder Disney. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet das vor allem: Ein konkretes Veröffentlichungsdatum gibt es derzeit nicht.

Was „AI-first“ laut Bericht bedeutet

Die Bloomberg-Recherche beschreibt eine ungewöhnlich weitreichende Änderung im Produktionsablauf. Entwicklerinnen und Entwickler des Projekts sollen ein „AI-first“-Modell einsetzen und Werkzeuge wie Claude für die Arbeit am Code nutzen. Eine interne Anweisung habe laut den zitierten Quellen gelautet: „No more hand-written code“. Auch bei der Erstellung von Grafiken solle dem Bericht zufolge stärker auf KI-gestützte Abläufe gesetzt werden.

Wichtig ist die Einordnung: Diese konkreten Vorgaben sind bislang vor allem durch Bloomberg und dessen Quellen bekannt. Epic hat nicht öffentlich alle Details der internen Anweisung bestätigt. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte gegenüber Bloomberg, Epic setze auf „AI-accelerated development“, wobei Epic-Entwickler die kreativen und richtungsweisenden Kräfte bleiben sollen. Das ist eine klare Bestätigung des KI-Kurses, aber keine Bestätigung jeder einzelnen Behauptung über den Arbeitsalltag des Projektteams.

Sweeney bestätigt einen größeren Kurswechsel

Auch Tim Sweeney äußerte sich am 12. Oktober öffentlich. Der Epic-Chef schrieb, bei Epic laufe ein großer Umbau, bei dem Entwickler neu aufgestellt würden, um KI-Entwicklung stärker zu beschleunigen. Das Ziel sei nicht, mit weniger Beschäftigten dieselbe Arbeit zu erledigen, sondern Teams zu befähigen, mehr und bessere Inhalte zu entwickeln. Die Vorteile sollten auch den Teams zugutekommen, die mit der Unreal Engine arbeiten.

Damit geht die Aussage des CEOs über ein einzelnes Disney-Spiel hinaus: Sweeney beschreibt eine strategische Veränderung bei Epic insgesamt. Wie diese in einzelnen Projekten umgesetzt wird, bleibt offen. Seine öffentliche Stellungnahme nennt weder einen neuen Termin für den Shooter noch bestätigt sie dessen konkrete Spielinhalte. Sie zeigt aber, dass KI-Unterstützung für Epic nicht bloß ein isolierter Versuch in einem einzelnen Team sein soll.

Warum die Meldung für die Branche wichtig ist

Epic ist nicht nur für Fortnite bekannt, sondern entwickelt mit der Unreal Engine auch eine Technologie, die von vielen Studios eingesetzt wird. Eine Veränderung in Epics Arbeitsweise könnte deshalb über das eigene Spieleangebot hinaus Aufmerksamkeit erzeugen. Dabei ist noch nicht belegt, dass andere Entwickler dieselben Vorgaben übernehmen oder dass KI automatisch zu schnelleren, besseren oder günstigeren Spielen führt.

Gerade die Kombination aus Projektverzögerung und KI-Schwerpunkt macht die Nachricht brisant. Der gemeldete Wechsel soll ein Spiel unterstützen, dessen Entwicklung laut Bloomberg langsamer vorangekommen sei als geplant. Das ist kein Beweis dafür, dass KI die Verzögerung verursacht oder sicher beheben wird. Es wirft aber eine konkrete Frage auf: Kann ein stärker automatisierter Produktionsprozess die Entwicklung beschleunigen, ohne die Qualität und kreative Kontrolle zu beeinträchtigen?

Auch die Rolle der Entwicklerinnen und Entwickler steht zur Debatte. Epic betont, dass Menschen weiterhin die kreative Führung übernehmen. Der Bloomberg-Bericht schildert zugleich eine Verschiebung hin zu mehr Kontrolle und Anleitung von KI-generierten Ergebnissen. Wie sich diese Aufgaben im fertigen Spiel niederschlagen, lässt sich erst beurteilen, wenn Epic das Projekt offiziell vorstellt und Einblicke in die Entwicklung gibt.

Was bisher bestätigt ist – und was nicht

Bestätigt ist Epics allgemeiner Schwenk zu beschleunigter KI-Entwicklung durch Sweeneys öffentliche Aussage und die Erklärung des Unternehmenssprechers. Die Verschiebung des Disney-Projekts und die Einzelheiten des internen „AI-first“-Auftrags beruhen dagegen auf Bloomberg-Berichten mit nicht namentlich genannten Quellen. Ein endgültiger Erscheinungstermin, Plattformen und ein offizieller Name des Spiels stehen aus.

Fazit: Epic macht KI zu einem deutlich sichtbareren Teil seiner Entwicklungsstrategie – und ein unangekündigter Disney-Shooter steht laut Bericht besonders im Fokus. Ob der neue Ansatz den Zeitplan stabilisiert oder die kreative Arbeit verändert, ist noch offen. Welche Rolle sollte KI eurer Meinung nach bei der Entwicklung großer Spiele spielen?

Quellen

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